Dillenburg, 28.10.2016

Übungswochenende des THW Darmstadt

Am letzten Oktoberwochenende fand die diesjährige Jahresabschlussübung des Ortsverbandes auf dem Übungsgelände in Dillenburg statt. Hierbei wurde einen möglichst realitätsbezogenen und einsatznahen Ablauf durchgeführt. Am Freitagabend bekam unsere Zugführerin den Übungsbefehl. Angefordert wurde ein kompletter Technischer Zug, um die dortigen Einsatzstellen abzuarbeiten.

Der umgekippte Bus wurde mit Hebekissen angehoben, um die liegende Person unter dem Bus zu bergen.

Am ersten Abend wurde ein Camp errichtet und der Zugtrupp (das Führungsinstrument des THW) in Betrieb genommen. Zusammen mit dem Übungsleiter und der Zugführerin wurde gleich die grobe Lage vor Ort erkundet. Wenig später startete eine Bergungsgruppe mit der detaillierten Erkundung des Geländes. Mit den Erkenntnissen dieser wurde eine Lagekarte gezeichnet.

In der Nacht stellte sich heraus, dass in einem Gebäude, in dem es gebrannt hatte, weitere Ermittlungen durch die Polizei nötig waren. Da es inzwischen 02:00 Uhr war, benötigte die Polizei die Beleuchtungskomponente der zweiten Bergungsgruppe. In kürzester Zeit wurde das Gebäude von außen sowie von innen annähernd schattenfrei ausgeleuchtet.

Am nächsten Morgen wurde durch die Übungsleitstelle die erste Bergungsgruppe zu einem Verkehrsunfall alarmiert. Die Lage vor Ort war zu diesem Zeitpunkt unklar. Das Schadensbild wurde schnell erkannt: Ein Bus wurde von einem LKW in einem Kreuzungsbereich seitlich gerammt und ist aufgrund dessen umgekippt. Hierbei wurde ein Fußgänger vom Bus getroffen. Der Fokus an der Einsatzstelle lag beim Erkunden der Schadensausmaße, beim Eindringen in den Bus, beim Retten von verletzten Personen und beim Anheben und Bergen des getroffenen Fußgängers.

Zeitgleich ereignete sich an einer anderen Stelle ein mittelschweres Erdbeben. Dieses beschädigte ein Haus weitestgehend. Die Giebelwand des Hauses wurde schwer beschädigt, so dass die Wand von außen absichert werden musste. Die tragende Außenwand wurde mit mehreren Stützböcken aus Holz abgestützt. Der Aufbau von den Stützen wurde von beiden Bergungsgruppen unterstützt. Nach einer erneuten Begutachtung durch einen THW-Baufachberater wurde schließlich das Gebäude zur Begehung freigegeben. Beim Eindringen stellte sich heraus, dass es drei Verletze gab. Diese wurden zügig versorgt und an den örtlichen Rettungsdienst übergeben.

Gegen Mittag wurde die erste Bergungsgruppe zur Rettung einer Person von einem ungefähr 30 Meter hohen Turm alarmiert. Die Person befand sich im obersten Stockwerk und musste innerhalb von 45 Minuten über einen Schacht gerettet werden. Ab der zweiten Etage konnte die verletze Person mit einem sogenannten Leiterhebel ins Freie gebracht werden. Anschließend wurde sie dem Rettungsdienst vor Ort übergeben.

Nach einer kurzen Ruhephase ging es für die Einsatzkräfte weiter: Ein Güterzug ist entgleist und eine unbekannte Flüssigkeit lief aus. Ein vor Ort befindlicher Fachberater Gefahrgut konnte schnell Entwarnung geben, sodass das Eingleisen des Güterwagons eingeleitet werden konnte.

Die zweite Bergungsgruppe hatte in der Zwischenzeit einen neuen Einsatzauftrag erhalten: Während einer Führung in einem alten Weinkeller kam es zu einem Teilzusammenbruch der Decke in einem der Keller. Es wurde eine verletzte Person mittels Ansprache durch die Einsatzkräfte geortet. Diese verlor jedoch rasch das Bewusstsein. Daher mussten die Einsatzkräfte die Rettung zügig einleiten. Der Durchgang zu den Kellern war teilweise versperrt und musste erst freigeräumt werden. Aufgrund des geschlossenen Raumes konnten hierfür keine motorbetriebenen Geräte benutzt werden. Hierbei wurde mit der Elektrokettensäge gearbeitet. Die verletzte Person wurde mit einer Bergeschleppe ins Freie transportiert und dem örtlichen Rettungsdienst übergeben.

Um 16.00 Uhr ging die Jahresabschlussübung zu Ende. Der Abend wurde gemeinschaftlich mit Grillen und Lagerfeuer verbracht. Am Sonntagmorgen wurde das Camp wieder abgebaut und gegen 11.00 Uhr wurde die Heimreise nach Darmstadt angetreten. Insgesamt haben 25 Einsatzkräfte an der Übung teilgenommen.


  • Der umgekippte Bus wurde mit Hebekissen angehoben, um die liegende Person unter dem Bus zu bergen.

  • Zugang in den umgekippten Bus, um die verletzten Personen zu retten.

  • Aufbau der Stützböcke am Gebäude

  • Sägestation für den Aufbau der Stützböcke

  • Aufbau der Stützböcke am einsturzgefährdeten Gebäude

  • Die drei Stützböcke sind so gut wie fertig aufgebaut.

  • Sicheres Herablassen der verletzten Person durch das Treppenhaus aus dem 8. Obergeschoss in den 2. Obergeschoss.

  • Die verletzte Person wird durch den sogenannten Leiterhebel ins Freie geschafft.

  • Eingleisen des Güterzuges

  • Rettung einer Person im Weinkeller (Tunnelsystem) - Hier: Erste Kontaktaufnahme zur verschütteten Person.

  • Aufbau des Camps auf dem Übungsgelände

  • Gruppenbild der Beteiligten

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